Kurzantwort: Ja!

Stadttauben sind reine Körnerfresser. Als solche finden sie in den Städten natürlich so gut wie keine Nahrung. 

Im Unterschied zu Wildtauben können sie andererseits jedoch nicht in Bäumen brüten und nicht außerhalb der Städte leben. Als Nachkommen von Felsenbrütern sind sie auf die Struktur der Gebäude angewiesen.

Ein Teufelskreis

Ohne artgerechte Fütterung sind sie daher gezwungen, auf der verzweifelten Suche nach Nahrung genau dort herumzulaufen, wo mensch sie nicht haben möchte: in Bereichen mit Gastronomie wie Cafés mit Außenbestuhlung und Bahnhöfe.

Dennoch reichen die Essensreste bei Weitem nicht aus, um auch nur den gröbsten Hunger zu stillen, geschweige denn ihre Jungen satt zu bekommen. Die Folge: Über 90 % der Jungtiere sterben noch im Nest – unendliche Qualen. Und diejenigen, die es aus dem Nest heraus schaffen, leiden ihr gesamtes Leben unter Hunger und den dadurch sowir durch Fehlernährung (Essensreste der Menschen) verursachten Krankheiten.

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Stadttaube liegt bei zwei Jahren, obwohl sie 15 Jahre oder älter werden könnten.
 
Insofern ist eine Fütterung mit artgerechtem Körnerfutter nahezu unerlässlich. Da der Mensch die Stadttaubenproblematik geschaffen ist, ist er auch dafür verantwortlich, dass die Tiere nicht verhungern.
 
Das in vielen deutschen Städten geltende Fütterungsverbot verstößt damit gegen das Tierschutzgesetz.
 
 
Siehe hierzu auch das derzeit laufende Grundsatzverfahren zum Taubenfüttern.
 
 
 
Übrigens: Durch das Füttern werden die Tauben auch von den Orten abgezogen, wo sie die Menschen stören, da sie dann nicht mehr nach Abfällen betteln müssen.
 

Und noch ein wichtiger Hinweis: Bitte kein Brot und keine Haferflocken füttern. Das Brot klumpt und die Haferflocken quellen. Das verstopft den Kropf, während die Tiere weiter hungern, und kann bis zum Platzen des Kropfes führen.

 
Bild: privat